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Laufende Projekte

Übersicht über alle Projekte

Projekt «ASSIP Home Treatment»

Warum führen wir dieses Forschungsvorhaben durch?

  • Dieses Forschungsvorhaben besteht aus drei Teilprojekten. Im ersten Projekt untersuchen wir (neuro-)psychologische Muster in vier verschiedenen Gruppen. Im zweiten Projekt untersuchen wir zwei verschiedene Interventionen und möchten herausfinden, welchen Einfluss sie auf die (neuro)psychologischen Muster haben. Der Forschungsschwerpunkt bei Projekt 3 liegt auf der Durchführbarkeit der Kurztherapie ASSIP im Home Treatment.
  • ASSIP Home Treatment ist ein niederschwelliges Angebot mit dem Themenschwerpunkt im Bereich psychische Gesundheit und Suizidprävention. Die Arbeit mit dieser Hochrisikogruppe von suizidgefährdeten Menschen bleibt weiterhin schwierig. Erwachsenen mit psychischen und/oder somatischen Vulnerabilitäten, wie beispielsweise immobile oder ältere Menschen, mit Angst vor Stigmatisierung und Scham, soll in Ergänzung zur bestehenden Therapie (z.B. hausärztliche Fachpersonen, Klinik, Angehörigenarbeit, etc.) der Zugang zu einer suizidspezifischen Intervention ermöglicht werden. Dabei soll primär zukünftiges suizidales Verhalten reduziert (Bollen et al., 2021; Gysin-Maillart et al., 2019), die Selbstbestimmung und Autonomie der Menschen in seinem gewohnten Lebensraum gefördert, der Übergang von stationärer zur ambulanten Behandlung unterstützt und die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden (Park et al., 2018).

Ziele des Projekts

  1. Sensibilisierung: Im Rahmen von Fortbildungsgefässen (z.B. Qualitätszirkeln, Rapporten, Tagungen, etc.), sollen die beteiligten Organisationen in der Erkennung und im Umgang mit suizidalen Patient:Innen geschult werden und mit dem Angebot ASSIP Home Treatment bekannt gemacht werden.
  2. Implementierung: Das ASSIP Home Treatment soll implementiert werden, indem das mobile Angebot dort verankert wird, wo Institutionen und Kliniken bereits für ASSIP geschult sind. Bestehende personelle und institutionelle Ressourcen sollen damit genutzt werden. Durch die Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit und Optimierung der Versorgungs-/Behandlungs-Schnittstellen soll der Patient/die Patientin zu Hause erreicht werden.
  3. Vernetzung: Vernetzung von vulnerablen, multimorbiden, wenig mobilen oder sonst schwer erreichbaren Betroffenen und Angehörigen zu ASSIP Home Treatment. Enge Zusammenarbeit zwischen Notfallstationen, hausärztlichen Fachpersonen, ambulanten Pflegediensten und psychiatrischen Institutionen.
  4. Durchführung: Ein mobiles ASSIP Team führt die Intervention zu Hause bei Patient:Innen durch, die sonst nur schwer erreichbar sind. Dadurch soll das Suizidrisiko für weitere suizidale Handlungen reduziert werden. Durch die Förderung der Autonomie und das Selbstmanagement, wird die psychische Gesundheit und Lebensqualität der Patient:Innen gefördert.
  5. Kontaktangebot: Durch den zweijährigen anhaltenden Kontakt per Briefe wird Reduktion der Kosten durch diese wirksame, aber auch frühzeitige und koordinierte Behandlungsmassnahmen weiter erhöht.

Projekt «NePsy ASSIP HT»

(Neuro-)psychologische Forschung (Projekt 1)

Warum führen wir dieses Forschungsvorhaben durch?

  • Wir möchten untersuchen, inwiefern sich (neuro-)psychologische Zusammenhänge bei suizidalen und nicht-suizidalen Personen unterscheiden lassen.
  • In unserem Forschungsvorhaben wollen wir herausfinden, ob die evidenzbasierte suizidspezifische Intervention Attempted Suicide Short Intervention Programme (ASSIP) einen Einfluss auf die (neuro-)psychologischen Muster hat.
  • Ziel des Projekts: In dieser Studie möchten wir herausfinden, inwiefern sich (neuro-)psychologische Zusammenhänge bei suizidalen und nicht-suizidalen Personen unterscheiden lassen. Wir wollen die Frage beantworten, ob das Wissen über (neuro-)psychologische Zusammenhänge hilft, zwischen Menschen mit und ohne suizidalem Erleben und Verhalten zu unterscheiden.
    Dazu werden Patientinnen und Patienten angefragt, die zum Zeitpunkt des Projekts in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bern (UPD) behandelt werden. Ausserdem wird eine Vergleichsgruppe anhand von Flugblättern an öffentlichen Plätzen wie Universitäten, Geschäften etc., rekrutiert.

Allgemeine Informationen

  • Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass mithilfe der Messung unbewusster kognitiver Zusammenhänge zwischen Menschen mit und ohne suizidales Erleben und Verhalten unterschieden werden kann. Basierend auf diesen vorhergehenden Befunden, werden in der vorliegenden Studie Menschen mit verschiedenen Hintergründen untersucht:
    1) Personen mit Suizidversuch in der Lebensgeschichte
    2) Personen, die Suizidgedanken erleben und keinen Suizidversuch in der Lebensgeschichte haben
    3) Personen einer klinischen Gruppe ohne suizidales Erleben und Verhalten
    4) Eine gesunde Vergleichsgruppe
  • Insgesamt werden 291 Studienteilnehmer:innen untersucht. Diese Studie ist nach den Gesetzen in der Schweiz konstruiert. Ausserdem werden alle international anerkannten Richtlinien beachtet. Die zuständige Ethikkommission hat die Studie geprüft und bewilligt.
  • Eine Beschreibung dieser Studie finden Sie auch auf der Internetseite ClinicalTrials.gov, ein Register für klinische Studien.

(Neuro-)psychologische Forschung (Projekt 2)

Warum führen wir dieses Forschungsvorhaben durch?

  • In unserem Forschungsvorhaben wollen wir herausfinden, ob die evidenzbasierte suizidspezifische Intervention Attempted Suicide Short Intervention Programme (ASSIP) Einfluss auf die (neuro-)psychologischen Muster hat.
  • Ziel des Projekts: Nach der Untersuchung der Zusammenhänge in Projekt 1 möchten wir nun im zweiten Teil der Studie herausfinden, welchen Effekt die Kurztherapie ASSIP auf die (neuro-)psychologischen Muster hat. Für diese Studie werden Patient:innen angefragt, die zum Zeitpunkt des Projekts in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bern (UPD) behandelt werden.

Allgemeine Informationen

  • Im zweiten Teil dieser Studie soll untersucht werden, inwiefern die (neuro-)psychologischen Muster bei Menschen mit Suizidversuch in der Geschichte durch eine suizidspezifische Kurztherapie, das Attempted Suicide Short Intervention Program (ASSIP), verändert werden. Die Wirksamkeit von ASSIP wurde bereits in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bern (UPD) nachgewiesen. Die Kurztherapie richtet sich an Menschen, welche einen Suizidversuch in der Lebensgeschichte haben. ASSIP senkt das Risiko für weitere suizidale Handlungen in lediglich 3 –4 Sitzungen und einem anhaltenden Kontaktangebot über zwei Jahre.
  • Insgesamt besteht die Studie aus zwei Projekten und es werden 291 Studienteilnehmer:innen untersucht. Für den zweiten Teil der Studie, werden Menschen mit Suizidversuch in der Lebensgeschichte zufällig in zwei verschiedene Gruppen zugeteilt. Die eine Gruppe erhält direkt nach Projekt 1 eine suizidspezifische Intervention ASSIP (3-4 Sitzungen mit brieflicher Nachsorge) als Zusatz zu ihrer regulären Behandlung. Auch die andere Gruppe führt ihre reguläre Behandlung fort und erhält als Zusatz drei ressourcenaktivierende Therapiesitzungen.
  • Diese Studie ist nach den Gesetzen in der Schweiz konstruiert. Ausserdem werden alle international anerkannten Richtlinien beachtet. Die zuständige Ethikkommission hat die Studie geprüft und bewilligt.
  • Eine Beschreibung dieser Studie finden Sie auch auf der Internetseite ClinicalTrials.gov, ein Register für klinische Studien.

(Neuro-)psychologische Forschung (Projekt 3)

Warum führen wir dieses Forschungsvorhaben durch?

  • In unserem Forschungsvorhaben möchten wir die Durchführbarkeit und die Kosteneffektivität der suizidspezifischen Intervention ASSIP in einem häuslichen Behandlungsumfeld für Patient:innen nach einem Suizidversuch untersuchen.
  • Ziel des Projekts: In dieser Studie möchten wir die Durchführbarkeit des ASSIP Home Treatments und die Kosteneffektivität der suizidspezifischen Intervention ASSIP in einem häuslichen Behandlungsumfeld für Patient:innen nach einem Suizidversuch untersuchen.

Allgemeine Informationen

  • Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe der Kurztherapie ASSIP das Risiko eines erneuten Suizidversuchs um annähernd 80% reduziert werden kann. In den letzten Jahren wird ASSIP im häuslichen Umfeld bereits in Belgien angewendet. Noch gibt es keine Studien zu der Wirkung von ASSIP im häuslichen Umfeld. In dieser Studie möchten wir die Durchführbarkeit und die Kosteneffektivität von ASSIP im häuslichen Umfeld (ASSIP Home Treatment) erforschen.
  • Die Kurztherapie ASSIP Home Treatment findet im häuslichen Umfeld der Studienteilnehmer:innen statt. Das kann zum Beispiel bei Ihnen zu Hause sein, bei einer anderen Vertrauensperson, in der Praxis Ihres Hausarztes/Ihrer Hausärztin oder bei der Psychologin/beim Psychologen. In der ersten Sitzung von ASSIP Home Treatment erzählen Sie Ihre persönliche Geschichte Ihres Suizidversuches. Diese Sitzung wird auf Video aufgezeichnet. In der zweiten Sitzung wird das Video gemeinsam angeschaut. Ziel ist es, an den Mustern und Hintergründen der suizidalen Krise zu arbeiten, Warnzeichen aufzudecken und persönliche Strategien zu entwickeln. In der dritten Sitzung werden Muster und Abläufe der suizidalen Krise gemeinsam festgehalten. Im Anschluss an die Kurztherapie ASSIP HT bekommen Sie regelmässig Briefe alle drei bzw. sechs Monate über zwei Jahre hinweg von Ihrer/Ihrem ASSIP Home Treatment Therapeutin/Therapeuten zugesendet.
  • Insgesamt werden 160 Studienteilnehmer:innen in den Kantonen Bern, Zürich, Waadt und Neuchâtel untersucht.
  • Diese Studie ist nach den Gesetzen in der Schweiz konstruiert. Ausserdem werden alle international anerkannten Richtlinien beachtet. Die zuständige Ethikkommission hat die Studie geprüft und bewilligt.
  • Eine Beschreibung dieser Studie finden Sie auch auf der Internetseite ClinicalTrials.gov, ein Register für klinische Studien.

Partnerprojekte

Projekt «Verbreitung der ASSIP-Methode in der Westschweiz»

ASSIP ist eine Therapiemethode für Personen nach einem Suizidversuch, die bereits in der Deutschschweiz und im Ausland praktiziert wird. Das Projekt soll die Methode nun auch in der Westschweiz etablieren.

Projekt «AdoASSIP – Prävention von Suizidversuchen und Suiziden bei Adoleszenten»

AdoASSIP ist eine Kurzintervention zur Suizidprävention nach Suizidversuchen bei Jugendlichen. In Ergänzung zur bestehenden Therapie nehmen Jugendliche nach Suizidversuchen und deren Familien an einem Kurzprogramm zur Rückfallprävention von Suizidversuchen sowie zur Suizidprävention teil.

Weiter soll AdoASSIP die Vernetzung ambulanter und stationärer Akteur:innen fördern und so einen proaktiven und integrativen Umgang mit Adoleszenten mit suizidalen Verhaltensweisen sichern, insbesondere nach stationären und akutpsychiatrischen Kriseninterventionen (z.B. auf Notfallstationen).

Projet «SERO – Suizidprävention: Einheitlich Regional Organisiert»

Mit dem Ziel Suizide und Suizidversuche zu reduzieren hat die Luzerner Psychiatrie gemeinsam mit Gesundheitsförderung Schweiz und weiteren Trägerorganisatoren das Projekt SERO (Suizidprävention Einheitlich Regional Organisiert) ins Leben gerufen. SERO richtet sich einerseits an Betroffene und Angehörige, um das Selbstmanagement zu fördern. Andererseits werden Fachleute unterstützt, eine zuverlässige klinische Einschätzung des Suizidrisikos vorzunehmen, um im Notfall entsprechende Hilfestellungen für Betroffene bieten zu können.

bag-blueprint.ch: Gesundheitsprojekte finden und teilen

Die Website umfasst rund 200 Projekte aus den Bereichen betreuende Angehörige, Demenz, Interprofessionalität, Palliative Care und Suizidprävention.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG veröffentlicht Gesundheitsprojekte zu diesen Fachbereichen aus der Schweiz. Fachpersonen, Multiplikatoren und Interessierte aus Gesundheit, Sozialem, Bildung und Verwaltung finden hier Inspiration und Ideen zum Nachmachen. Weitere Praxisbeispiele werden laufend ergänzt.